AKTUELL NOVEMBER 2020 – LA VIDA ES SUEÑO

Ein Traum über das Theater, Maß & Gerechtigkeit & eine Geschenkidee

Liebe Freunde,
vor ungefähr drei Jahren hatte ich diesen merkwürdigen Traum: 

Ein Theater & doch kein Theater. Ein Schauspiel in einem monströsen Raum. Was für eine Inszenierung! Oder doch nur große Verwirrung? Es ist sehr laut, alle reden, deklamieren, schreien & singen durcheinander. Manchmal klingt es wie Maschinenlärm. Überall Masken, nicht nur auf der Bühne auch im Zuschauerraum in dem eine Manege steht. Alles ist nur sehr spärlich ausgeleuchtet. Das strengt an & ist schwer zu ertragen – wäre es leichter mit mehr Licht oder noch mehr Dunkelheit? Wo genau fängt die Bühne an, wo hört sie auf? Wer sind die Akteure? Ich gewöhne mich an das wenige Licht. 

Verängstigte, machthungrige, isolierte & hochneurotische Personen, Grenzgänger auf allen Seiten. Ich erkenne Männer & Frauen, Figuren aus shakespeareschen, altgriechischen & kontinental-europäischen Dramen, Calderons „La vida es sueño“ (Das Leben ist Traum), Molières „Le malade imaginaire“ (Der eingebildete Kranke), Gestalten aus der italienischen Commedia dell´arte, Charaktere aus Schillers „Die Räuber“ & „Wilhelm Tell“, Goethes „Faust“. Menschen die ihre Seelen verkaufen oder vom Schicksal oder anderen Menschen erniedrigt werden. Darunter sind sogar welche die erniedrigt werden wollen, vielleicht weil sie sich schuldig fühlen (haben sie sich schuldig gemacht oder in fremde Schuld verstricken lassen?) & in der Erniedrigung nach Heilung suchen oder nach Lust. Mitwirkende die sich von ihren Handlungen mehr Einfluss & Vermögen versprechen, die Verantwortung & Vernunft mit Gehorsamkeit & Cleverness verwechseln. Diese lassen sich dafür von solchen Darstellern, die als Zirkus-Direktoren verkleidet sind – & die allen, die nach ihrer Peitsche tanzen, Schutz & Sicherheit garantieren – alles gefallen, sich benutzen & unterdrücken. Aber die Unterdrückten reichen die Misshandlungen weiter. Parallel verbreitet sich die Autorität des Direktors wie ein Impuls von der Spitze einer Pyramide durch den Menschenschwarm. Menschen verletzen Menschen, leichtfertig, kalkulierend, bösartig.
Am Rande der Szenerie dressierte Äffchen die für eine Handvoll Nüsse Kunststückchen vorführen. Von oben, aus dem letzten Rang ruft eine Stimme: „Gott ist tot!“ Von unten aus dem Gewühl singt ein Chor von Menschen, die teure Markengarderobe in mehreren Schichten übereinander um ihre Körper geschlungen haben & deren lackierter Feder-Schmuck, Juwelen & Uhren funkeln, mehrstimmig die Antwort: „Nur die Götter sind noch da!“ Überzeugte Individualisten. Jeder in seiner ganz individuellen Uniform. Alle anders, alle gleich.
Ein paar Unmaskierte, die aussehen wie Leute von der Schauspieler-Gewerkschaft, demonstrieren mit hochgehaltenen Schildern auf denen „Maß & Gerechtigkeit“ geschrieben steht durch die Menge. Man zeigt mit ausgestreckten Fingern auf sie & lacht sie aus. 
Dazwischen Menschen-Darsteller, die erkennen, dass ihnen gar keine richtige Rolle in diesem Stück zugeteilt worden ist.  Sie spüren, dass sie lange hingehalten, belogen & betrogen worden sind, aber auch jetzt noch, als sie im Pulk von einem der Dompteure am Nasenring oder Zügel durch die Manege geführt werden suchen sie in vielen Fällen dieses Gefühl aus Scham zu verschleiern. Denn sie vertrauen der Autorität trotzdem blind ihr Schicksal an & würden sich niemals hinters Licht auf die andere Seite drängen & in die Käfige zu den Raubtieren sperren lassen. Der Bühnen-Nebel, ein Nebel aus Lügen. Aus fremden Lügen & aus eigenen.
Vom Olymp des Theaters weht mir ein Stoß Flugblätter entgegen. Ich fange eins auf. Darauf ist nur ein Satz von Jean Jacques Rousseau zu lesen (wahrscheinlich weil ich in den Tagen des Traums an einem Lied mit dem Titel „Frei von alldem“ arbeitete & den Philosophen zu Rate zog): „Freiheit bedeutet nicht, dass man tun kann was man will, sondern dass man nicht tun muss, was man nicht will“.     
& dann ruft jemand – der bis dahin Tüten mit Federn aus seinem Bauchladen verkauft hat – mit einem Megafon durch den Raum, dass Shakespeares Dramen – also die für das Theater –  jetzt verboten werden & seine Figuren nach Hause gehen können & alle halten kurz ein & sehen einander an, aber dann geht es weiter wie vorher, man fährt fort sich mit Banalitäten & Gemeinheiten einzuseifen & niemanden interessiert das.
Niemand braucht diese Dramen in einem Welttheater-Spiegel-Labyrinth, in einem Zirkus ohne Zelt. Man trägt doch schon Masken vor den Masken. Die menschliche Zwiebelhaftigkeit des Daseins ist doch kein Geheimnis. Sie wird nur immer deutlicher. Schale um Schale, Schicht um Schicht pellt sie ab, brennt sie mehr in den Augen.
Die kleinen Türen an den Seiten des riesigen Saales die aus der Szenerie des Theaters führen, sind nicht gut zu erkennen. Vor dem besser beleuchteten Hauptausgang blockiert eine Art Kiosk auf Rädern den Fluchtweg. Hier werden Süßigkeiten verkauft, Pommes frites & Hot Dogs, Alkohol, Tabletten, Medizin. Also bleiben die Meisten hier.Ich stehe an einer der kleinen Türen & sehe mir alles an & plötzlich spüre ich, dass jemand neben mir steht. Es ist Pablo Picasso als alter Mann & er sagt ohne mich anzusehen: „Man braucht sehr lange um jung zu werden“. Von der anderen Seite beugt sich Molière an mein Ohr & flüstert: 
„Die Dinge haben nur den Wert, den man ihnen verleiht“. 
Ich nicke & gehe durch die unscheinbare Tür. Ich fühle mich leicht, es geht mir gut. 
Dann bin ich aufgewacht.  

Wie bei jedem Traum, den ich erinnere machte ich mir von den Traumsequenzen Notizen & ein paar Tage später bearbeitete ich den Text von „Frei von alldem“ & schrieb ein Lied zu diesem Traum: „Toben“. Dem voran stellte ich im Booklet zum Album „? !“ ein Zitat aus „Macbeth“: 

„Leben ist nur ein wandernder Schatten, ein armer Spieler der seine Zeit auf der Bühne abstolzt & abschnauft & dann nie mehr gehört wird. Es ist ein Märchen, erzählt von einem Idioten, voll von Lärm & Toben & bedeutet nichts“. 

Für manchen mögen diese Worte frustrierend & hoffnungslos klingen – nun, sie stammen aus einem Drama – mich inspirieren sie zu folgender Interpretation:Man sollte sich keinen Illusionen hingeben was den ganzen verlogenen & eitlen Zirkus angeht, der seine Manege (in unterschiedlicher Größe) auch in unsere Köpfe gebaut hat & der uns überall begegnet. Durch dem Leben entfremdete Erziehung, Konformität & Kontrolle einer Gesellschaft, deren Lebendigkeit & psychische Gesundheit in weiten Teilen bezweifelt werden darf  & den (meiner Meinung nach daraus resultierenden, übertriebenen) Gelüsten nach Macht, Ruhm, Reichtum & Angepasstheit erscheint etwas, das nur als Unfug & Klamauk bezeichnet werden kann & einer höheren Menschwerdung unwürdig ist. Dieses beschriebene „Leben“ empfinde ich in dem Text sehr treffend dargestellt.

Die Sache ist doch aber die: Niemand muss sein Leben in dieser Manege oder auf einer Bühne verbringen, die einen davon abhält ein wesentliches, selbstbestimmtes & liebevolles Leben zu führen. Jeder kann heraustreten. Jeder hat die Möglichkeit sich klüger zu machen & zu erkennen, was das Leben & wer man selbst ist. Es ist – meiner Erfahrung nach – z.B. wesentlich sich in seinem Leben von Furcht zu befreien (wie an anderer Stelle schon einmal von mir vermutet halte ich z.B. jede Form von Gier nur für ein Synonym für Angst). Dabei hilft Liebe & ein umfassendes Kulturangebot in dem man sich spiegeln kann & das die Einsamkeit vertreibt. Diese Dinge machen stark & lassen einen auch im Chaos klar & bei sich bleiben. 

✨Wenn Ihr in diesen Wochen daran interessiert sein solltet Euch selbst oder einem anderen lieben Menschen eine besondere Freude zu machen, möchte ich Euch folgenden Geschenkvorschlag präsentieren: ✨
Einen der erwähnten Lied-Texte oder einen anderen Lied-Text Eurer Wahl, von mir handgeschrieben auf 35 x 50 cm hochwertigem Papier (ein paar Zentimeter größer als DIN-A-3) mit Widmung (auch gern nach Eurer Idee), Datum & Unterschrift für 135,-€ inkl. MwSt., Verpackung & Versand. ✨

Vorschläge meinerseits für Lied-Texte wären z.B. noch
für ein Liebeslied – „Niemand kommt so selten vor“ 
für ein Abschiedslied – „Schade“
für ein Lied zur Freude – „Glücklich glücklich“
für ein Lied zur Trauer – „Sonnenblumenfelder“
für ein Lied zur Mut-Suche – „Du brauchst keine Angst zu haben“
für ein Lied zur Sinn-Suche – „Jetzt & in Ewigkeit“
oder um in die Kraft zu kommen – „Steh auf & scheine“ 

Aber Ihr habt bestimmt Eure eigenen Favoriten.
Schreibt uns eine E-Mail an kontakt@rintintinmusik.de mit dem Hinweis, welcher Liedtext, welche Widmung, an welche Adresse & nach Überweisung versenden wir den von Euch gewünschten Text schnellstmöglich.  

Ich freue mich aber auch & wäre sehr dankbar über jede andere Form der Unterstützung oder eine Spende. Im kommenden Frühling möchte ich außerdem private Solo-Konzerte in Euren Wohnzimmern anbieten. Dazu ist aber zum jetzigen Zeitpunkt leider noch keine verlässliche Planung möglich. Ich halte Euch auf dem Laufenden. 

Die Konzerte die für dieses Jahr noch geplant waren müssen nach Kenntnisstand heute, 24.11.2020, alle verschoben werden. Bereits erworbene Karten behalten ihre Gültigkeit. Die neuen Termine werden sobald wie möglich bekannt gegeben. 

Was bisher bekannt ist & wir – gegen alle Widrigkeiten – versuchen werden mit unseren kulturellen Mitstreitern an Konzerten zu veranstalten sind folgende, bereits vor einigen Wochen zusätzlich verabredete Termine.  23.01.2021 – Kleines Theater, Bargteheide
15.05.2021 – Weimar, Köstritzer Spiegelzelt
05.06.2021 – Kultur auf den Halligen, Langeness
(alle Infos zu Anreise & was Euch bei Eurem ganz besonderen Ausflug auf die Hallig Langeness noch erwartet, könnt Ihr unter folgender Verknüpfung einsehen: https://www.kulturaufdenhalligen.com/)
Alle Termine findet Ihr wie immer hier: http://www.michyreincke.de/termine/termine.html 

Wir hoffen inständig, dass diese Termine zustande kommen & wir uns endlich wiedersehen!  

Falls Ihr noch Fragen haben solltet – ich beantworte, so fern es mir möglich ist, jede Frage. 

Ich danke für Eure Aufmerksamkeit, Eure Unterstützung im Herzen & auf anderem Wege & freue mich wenn Ihr meine Nachricht teilt. 

Beste Wünsche für jeden von Euch!Haltet Euch gerade & bewundert die Welt. 

Herzlichst Michy