Aktuell März 2015 – Erinnerung an Lili

Lili im Gras nach Beutezug

Liebe Freunde,
vor drei Jahren starb unsere blonde Labrador-Hündin Lili, einige werden sie vielleicht kennengelernt haben.
In Bremen kam sie einmal während des Konzerts aus der Garderobe, ging wie selbstverständlich durch das Publikum als ich ein Lied ansagte, setzte sich vor die Mitte der Bühne, direkt vor mein Mikrofon & bellte mich aus. Ich sagte ihr, dass ich hier noch einen Augenblick zu tun hätte, aber versuchen wollte die Leute etwas früher als üblich nach Hause zu schicken, nur müsse sie sich noch gedulden & in der Garderobe warten, weil Kinder & Tiere bei Auftritten in der Nähe der Bühne prinzipiell nichts zu suchen hätten, da sie den Auftretenden die Schau stehlen würden. Lili blickte über ihre Schulter das Publikum an, drehte sich wieder zu mir & als ich sagte: höchstens noch `ne Viertelstunde, trottete sie zurück hinter den Vorhang in die Garderobe.
Das Ganze muss auf Außenstehende wie eine geprobte Nummer gewirkt haben, aber es war tatsächlich nur ein beliebiges Gespräch unter Freunden, von denen sich einer langweilte.

Sie war der lustigste & hungrigste Hund den ich je kennengelernt habe & brachte jeden Stock oder Ball – insbesondere die, welche von anderen Haltern für andere Hunde ins Wasser geworfen worden waren – in affenartiger Geschwindigkeit wieder an Land. Das war ihr Ding: an den verblüfften, eigentlichen Adressaten der Wurfobjekte mit Pfoten wie Schiffsschrauben, aber äußerlich lässig wie Esther Williams vorbeiziehen, die Dinger schnappen & wieder Boden unter den Füßen mir mit der Beute hinterher galoppieren. Es fiel ihr nicht leicht zu unterscheiden was ihr gehörte.
Einmal gingen wir nebeneinander durch den Park, als sie plötzlich ein Brötchen mampfte. Mit einer fast unmerklichen aber präzisen seitlichen Kopfbewegung hatte sie es der Faust eines unvorsichtigen Kleinkindes entwendet, das uns gerade entgegen gekommen war. Da die Mutter eh telefonierte & das Kind im Kinderwagen schon vorher schrie habe ich die Sache nicht an die große Glocke gehängt.
In späteren Jahren versuchte Lili noch sprechen zu lernen & war ein wenig gewichtsbenachteiligt.

Ich habe lange nicht gedacht, dass es noch einmal passiert, aber nun interessieren wir uns wieder für eine Hündin anderer Rasse & werden in Kürze ihre tierischen Eltern kennenlernen. Ich halte euch auf dem Laufenden…

Der Auftakt unserer aktuellen STORYTELLER-TOUR in Schwerin hat große Freude gemacht & wir können die weiteren Shows in diesem Monat kaum erwarten. Ich dachte, dass meine ausführlicheren Moderationen & Geschichten eventuell den zeitlichen Rahmen sprengen könnten, aber ein interessiertes Publikum, das am Wochenende ausgeht, weiß worauf es sich einlässt, wenn es eines unserer Konzerte besucht: Eine großartige Zeit mit hervorragender Unterhaltung & Songs, die Fensterläden auffliegen lassen, wenn sie in einem Raum erklingen.
Daher habe ich mich entschlossen Euch für untenstehende Konzerte attraktive Eröffnungen zu präsentieren. (Die wunderbaren Songschreiberinnen mit ihren außergewöhnlichen Stimmen stehen hinter den jeweiligen Terminen).

06.03. Ascheberg/ Ascheberg rockt! Gast: BUKET
07.03. Celle/ CD-Kaserne Gast: EMMA LONGARD
20.03. Achim/ Kasch Gast: BUKET
21.03. HH-Harburg/ Rieckhof Gast wird später bekannt gegeben
27.03. Lübeck / Kolosseum Gast wird später bekannt gegeben
28.03. Magdeburg/ Feuerwache Gast: KATHI KALLAUCH

Am 06.03. ab 9:00 Uhr beginnt übrigens auch der Vorverkauf für unser diesjähriges Sternenkonzert im Hamburger Planetarium. Da das Haus ab Sommer für längere Zeit wegen Umbauarbeiten geschlossen bleibt gastieren wir dort in diesem Jahr schon am 13.05.
Die Tickets gibt’s wie immer über meine Seite zu bestellen: www.michyreincke.de

Starten wir gemeinsam in den Frühlingsanfang!
Wir freuen uns auf Euch!

Bleibt gesund, haltet Euch gerade & bewundert die Welt!
Herzlichst Michy

MERCI !

Liebe Freunde,
vorab möchte ich mich bei allen interessierten Musikfreunden & Unterstützern herzlich bedanken, die „Hatte ich dich nicht gebeten im Auto zu warten“ so eine breite Straße gebaut haben um in die Welt zu rollen. Ich schwinge den Hut – den mit den Federn aus den Flügeln von Engeln – zu einer Verbeugung.

An dieser Stelle möge mir erlaubt sein ein riesengroßes MERCI! an das Rintintin-Promotion-Team zu richten, an Yvonne Paulien, Peter Goebel, Angelika Cisek, Eberhard Pacak, Behrus Salimkhani & Ina Radke. Dass auch Ihr dazu beigetragen habt mir, dem allseits bekannten Hitparadenverrückten, einen bemerkenswerten 44. Platz in den deutschen Charts zu bescheren – & das in meinem 44. Lebensjahr… Das kann doch kein Zufall sein!

Ich danke allen, die – unabhängig vom musikalischen Geschmack – Qualität in Form, Inhalt & Verpackung zu schätzen wissen & für die auch jene Zusammenhänge nachvollziehbar sind, aus denen – außer Freude & Herzblut – die Herstellung eines Albums sonst noch besteht.

Ich wurde schon häufiger gefragt, warum meine Musik nicht auf den einschlägigen Streaming-Plattformen (z.B. Spotify) erhältlich ist & möchte in diesem Zusammenhang gern meine Argumente vortragen.
Dazu ist wichtig zu wissen, dass wir erstens ein unabhängiges Tonträger-Unternehmen sind, zweitens, dass ich bei weitem kein Millionär oder so etwas ähnliches bin & drittens, dass wir prinzipiell für meine Produktionen weder kulturelle Subventionen beantragen, noch jemals welche in Anspruch genommen haben.
Es werden viele Menschen im Glauben gelassen ihr monatlicher Beitrag für den Streaming-Dienst würde in relevanter Form den eigentlichen Produzenten von Musik zu Gute kommen. Das ist nicht korrekt. Der Hauptanteil geht an die wenigen großen Konzerne, die für ihre Musik-Kataloge jährlich Millionen an Vorschüssen kassieren (in einigen Fällen selbst Anteilseigner der Plattformen sind & nur einen Bruchteil an die Musiker weitergeben) & an die Streaming-Dienste selbst. Kleinere Tonträgerunternehmen erhalten lächerliche Beteiligungen.
Der weltweit meistgestreamte Titel im vergangenen Jahr war der Song „Get Lucky“ der Gruppe Daft Punk. Jeder der beiden Protagonisten erhielt als Erlös dafür 13.000,-€ für sage & schreibe 100 Millionen Streams. Das wären 1.300,-€ für 10.000.000 Streams, 130,-€ für 1.000.000, 13,-€ für 100.000 & 1,30 € für 10.000 Streams.

Mit den kompletten Einnahmen aus den Streaming-Abrechnungen der Gruppe Daft Punk für ihren Titel „Get Lucky“ hätte ich mein aktuelles Album & die zur Veröffentlichung notwendigen Kosten nur zu einem guten Drittel bezahlen können. Ich hoffe, dass deutlich wird, dass dieser eingeschlagene Weg für keinen Musikschaffenden – egal welcher Popularitätsstufe – gangbar ist & hoffentlich in diesem Jahr zu einer weitreichenden Diskussion führt. Alle, die Streaming-Plattformen nutzen, bitte ich darüber nachzudenken, ob ihnen das Hören eines bestimmten Liedes tatsächlich nur 0.00026 € für die Musiker wert ist & was das für die Entwicklung der Qualität in unserer Kultur bedeutet.
Eine Gesellschaft die nicht in der Lage ist ihre Kultur angemessen zu bewerten, verliert den Respekt vor sich selbst. Kultur ist etwas an dem man wächst, das Wurzeln bildet, etwas, das Geist & Seele blühen lässt. Kultur einfach nur zu konsumieren wie einen Schnellimbiss wird niemanden klüger oder sensibler machen.

Nicht ganz leicht jetzt die Kurve zu kriegen, aber die Mitteilung dieser Einschätzung lag mir schon länger auf dem Herzen & ich bin gern bereit Eure Fragen dazu zu beantworten.

Wir freuen uns in diesem Monat ganz besonders auf Euch bei unseren Konzerten am:

07.02. in Syke im Konzertsaal
08.02. in Harburg im Rieckhof
14.02. in Lübeck im Kolosseum
21.02. in Magdeburg auf der Rockgala
27.02. in Hamburg bei NDR 90,3 Foyer-Konzert
28.02. in Eckernförde in Carls Showpalast
& als Vorschau, am 01.03. in Husum im TSBW.

Hier gibt´s für einige der Termine noch: Tickets

Bleibt gesund & interessiert, haltet Euch gerade & bewundert die Welt!
Dieser Song ist für Euch:


Herzlichst Michy

Aktuell März 2013 – Bunte Eier am Nachthimmel

Weihnachtshase-1
Liebe Freunde,
Ihr wisst, ich will eigentlich nur Musik machen & singen – auch diesen Monat wieder – aber die politischen Umstände in Europa brüllen nach Kommentaren.
Jeder, dem bisher nicht klar war was die „großen Geschenke“ privater Medien (TV- & Radiosender) in „privaten“ Händen für eine Gesellschaft bedeuten, möge doch bitte einen Blick auf die aktuelle Situation in Italien werfen.

Die grenzensprengende Kultivierung der Doofheit, die Anbetung von Vollidioten & die Ausbeutung der Armseligen durch niedrigste Unterhaltung, vorgetragen von Menschen, die für Geld alles tun, ist nicht nur am Mittelmeer so unerträglich, weil einem bewusst wird, dass die Diktatur markensüchtiger Waschlappen & Dummköpfe mit dem politischen Verständnis von Butterbroten nicht aufzuhalten sein wird.

Eine höhere Menschwerdung in Ländern & Zeiten in denen niemand verhungern muss & in denen keine Kriege geführt werden scheint mit diesen Sklaven nicht möglich. Telefonabhängige Konsum-Roboter, die jeden Scheiß mitmachen weil es alle machen, sind scheinbar in der Mehrheit & degradieren sich freiwillig zu Konsum-Maschinen. Dieser Wunsch nach Unterordnung kommt einem historisch bekannt vor.

Meine Ansprache kann einem natürlich auch irgendwie bekannt vorkommen, von wegen „früher war alles besser“. Selbstverständlich war früher nicht alles besser; es hat immer große Ungerechtigkeiten, Oberflächlichkeiten & Quatsch gegeben & viele Menschen die kritiklos alles mitgemacht haben. Aber es hat auch immer welche gegeben, die nachgedacht haben & sich nicht eingereiht haben.
& es braucht immer nur einen halbwegs gesunden Menschenverstand um zu differenzieren was sich zum Besseren gewandelt hat & was furchtbarer geworden ist & was abgeht & wer einen Nutzen davon hat.

Wer hat einen Nutzen davon, dass die Leute immer blöder werden?

Haltet Euch gerade, bewundert die Welt & lasst Euch nicht verarschen!
Zieht überall einen geistigen & seelischen Gewinn aus dem kulturellen Angebot, das Euch durch glückliche Umstände zugänglich ist!
Vielleicht passt es diesen Monat ja bei folgenden Gelegenheiten:

28.02. Schwerin

01.03. Rostock 

02.03. Magdeburg 

15.03. Lübeck 

17.03. Bremerhaven 

22.03. Harburg

Eröffnet werden alle Abende von der großartigen Katharina Vogel, die mit ihren Songs & ihrer bemerkenswerten Stimme Eure Herzen tätowieren wird.
& ein Letztes: Ich glaube ich habe mich noch nie so sehr auf einen Frühlingsanfang gefreut wie dieses Jahr. Warum wird das eigentlich nicht so aufwendig gefeiert wie Weihnachten oder Silvester? Dann schießen wir einfach am 31.03. bunte Eier in den Nachthimmel & lassen den Ostermann mit seinen Geschenken in die Bude…

Bleibt gesund & wach!
Herzlichst Michy